Landesstiftung Miteinander in Hessen

Land mit Zukunft

Programm Land mit Zukunft – Miteinander in Hessen

Bürgergesellschaft und demografischer Wandel in Hessen

Bürgerinnen und Bürger können viel bewegen. Sie sind Experten, wenn es darum geht, die Probleme und Bedürfnisse vor Ort zu analysieren und kreative Lösungsansätze für das Gemeinwesen zu entwickeln. Mit dem Programm „Land mit Zukunft“ fördern die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ und die Herbert Quandt-Stiftung über drei Jahre hinweg freiwillig Engagierte in sechs besonders vom demografischen Wandel betroffenen hessischen Kommunen: In Bad Karlshafen, Homberg (Efze), Schlitz, Sontra, Tann und Waldeck begleiten die beiden Stiftungen Bürgerinnen und Bürger dabei, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Überalterung und Wegzug

Wie viele andere ländliche Regionen in Deutschland stehen die teilnehmenden Kommunen aus Nord- und Osthessen vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter, die Geburtenzahlen sind niedrig und junge, gut ausgebildete Menschen ziehen fort in die großen Ballungsräume. Manche Landkreise müssen laut einer Studie der Hessen-Agentur mit Bevölkerungsrückgängen um bis zu dreißig Prozent bis zum Jahr 2050 rechnen.

Herausforderungen

Für Bürgerinnen und Bürger ergeben sich aus dieser Entwicklung ganz praktische Fragen: Wie lässt sich der Alltag organisieren, wenn Geschäfte schließen, der Bus seltener fährt und es in der Nähe keinen Arzt mehr gibt? Wie kann das Lebensgefühl verbessert werden, wenn leerstehende Häuser das Stadtbild beeinträchtigen und am Selbstbewusstsein kratzen? Wie lässt sich das Miteinander stärken, wenn Vereine, Parteien oder Kirchgemeinden in der Fläche nicht mehr präsent sein können und ihre Angebote deutlich einschränken müssen?

Das Programm „Land mit Zukunft“

Um Antworten zu finden rufen die beiden Stiftungen die Einwohner zu Programmstart in Bürger-Dialogen zusammen. Dabei entstehen Projektideen, die anschließend an Runden Tischen ausgearbeitet und im Detail geplant werden. In der eigentlichen Projektphase erhalten die Engagierten dann über drei Jahre verteilt insgesamt 60.000 Euro pro Kommune, um ihre Ideen verwirklichen zu können.

Fortbildung, Vernetzung, Studien

Damit das bürgerschaftliche Engagement eine möglichst große Wirkung entfalten kann, bietet das Programm die Möglichkeit, an fachlichen Fortbildungen teilzunehmen und zur Projektrealisierung notwendige Kompetenzen zu erwerben. Zugleich vernetzen die beiden Stiftungen die Programmteilnehmer und ermöglichen Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit über die Grenzen des eigenen Projekts hinaus. In begleitenden wissenschaftlichen Studien sollen zudem Erkenntnisse gewonnen werden, von denen auch andere, nicht am Programm teilnehmende Kommunen profitieren können.