Landesstiftung Miteinander in Hessen

7. Juni 2018

Kunst als Inspirationsquelle und Motor für Veränderungen

Pilotprojekt: Ausschreibung Stipendien für Künstler der bildnerischen Medien

Download Ausschreibung Projektstipendien

Wiesbaden, den 11. Juni 2018 – „Die Bürger wissen, was vor Ort fehlt und es mangelt ihnen nicht an Ideen, wie sie ihr Umfeld wieder attraktiver gestalten können. Die Engagierten benötigen jedoch Impulse und die richtige Unterstützung, damit sie ihre Ideen auch umsetzen können“, sagt Claudia Müller-Eising, Geschäftsführender Vorstand der Landesstiftung Miteinander-in-Hessen. Diese Einschätzung eint die Verantwortlichen der Landesstiftung und der Hessischen Kulturstiftung und führt jetzt zu einem gemeinsamen Pilotprojekt, bei dem Kunst und bürgerschaftliches Engagement zusammenfinden. 

Zentrale Themen im ländlichen Raum sind Abwanderung, Leerstand und schwindende Angebote. Die freien Räume im wahrsten Sinne des Wortes als Freiräume für künstlerische Projekte zu nutzen ist daher ein naheliegender Gedanke, den die beiden Stiftungen mit ihrem Pilotprojekt aufgreifen. Die Landesstiftung Miteinander-in-Hessen und die Hessische Kulturstiftung haben hierzu zwei Projektstipendien für Künstlerinnen und Künstler der bildnerischen Medien ausgeschrieben. Die Künstler werden eingeladen, drei Monate in einer Gemeinde im ländlichen Raum zu leben und im Dialog mit der Bevölkerung eigenständige, ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. Im Fokus stehen die auf Beteiligung angelegte Arbeitspraxis der Künstler und der kommunikative Wert von Kunst. Die Künstlerinnen und Künstler sind aufgefordert, sich mit der Historie, den aktuellen Lebensrealitäten und den sozialen Zusammenhängen vor Ort auseinander zu setzen und bei der Entwicklung ihrer Arbeiten lokale Kompetenzen, beispielsweise musische oder handwerkliche Talente einzubeziehen. Nach Einschätzung der beiden Stiftungen bietet der ländliche Raum Chancen für neue künstlerische Produktionen, die den Künstlern und den Menschen gleichermaßen Perspektiven eröffnen. 

Das Pilotprojekt startet im September 2018 in Bad Karlshafen, der nördlichsten Gemeinde Hessens. Die Kernstadt Karlshafen zeichnet sich durch eine weitgehend erhaltene barocke Stadtanlage aus. Sie wurde 1699 von Landgraf Karl von Hessen-Kassel gegründet, um hugenottischen Glaubensfüchtlingen Asyl zu bieten. Unter den Geflüchteten befanden sich auch zahlreiche Handwerker, Künstler und Wissenschaftler, die später erheblichen Einfluss auf das geistige Leben ihrer neuen Heimat ausübten. Als markantes Wahrzeichen der Stadt an der Weser gilt der innerstädtische Hafen, der Teil einer geplanten, aber aus Geldmangel nie vollendeten Wasserstraße bis nach Kassel war. Aktuell wird der Hafen wieder an die Weser angeschlossen und schiffbar gemacht. Die feierliche Eröffnung soll Anfang 2019 erfolgen. Die Vorstellung der Kunstprojekte ist ebenfalls für 2019 geplant. 

Der Bürgerverein Karlshafen-Helmarshausen, der Heimatverein Helmarshausen sowie die Bad Karlshafen GmbH sind eng in das Projekt eingebunden. Gefördert wird das Pilotprojekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Herbert Quandt-Stiftung. Bei einer entsprechenden Resonanz ist eine Fortsetzung in weiteren Gemeinden im ländlichen Raum das erklärte Ziel.